{"id":2942,"date":"2021-08-16T18:51:49","date_gmt":"2021-08-16T18:51:49","guid":{"rendered":"https:\/\/testavalems.opointzero.ch\/methode-montessori-adaptee-a-la-personne-agee\/"},"modified":"2021-08-16T18:53:01","modified_gmt":"2021-08-16T18:53:01","slug":"methode-montessori-adaptee-a-la-personne-agee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/beta.avalems.ch\/de\/methode-montessori-adaptee-a-la-personne-agee\/","title":{"rendered":"F\u00fcr \u00e4ltere Menschen adaptierte Montessori-Methode"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maria Montessori, eine italienische Kinderpsychiaterin, besch\u00e4ftigte sich w\u00e4hrend eines Grossteils ihrer medizinischen Laufbahn mit psychomotorisch retardierten Kindern. Bei der Arbeit mit ihnen entwickelte sie eine p\u00e4dagogische Methode, die haupts\u00e4chlich auf den Prinzipien von Freiheit und Autonomie beruht und deren Erfolg ihr weltweites Ansehen verschaffte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Anstoss f\u00fcr die Anpassung der Montessori-Methode f\u00fcr \u00e4ltere Menschen gab Professor Cameron J. Camp, der sich insbesondere mit Kognition und Altern befasste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Konzept von Maria Montessori wurde im Laufe der Zeit erweitert. Die Neurowissenschaften haben zu einem besseren Verst\u00e4ndnis der Gehirnfunktion beigetragen und gezeigt, dass bei einer demenziellen Erkrankung bestimmte Hirnareale auch bis in fortgeschrittene Stadien noch aktiv bleiben k\u00f6nnen. Laut Professor Camp \u00ab\u00fcbernimmt bei einer St\u00f6rung des rationalen Gehirns das emotionale Gehirn; bei einer St\u00f6rung des deklarativen Ged\u00e4chtnisses \u00fcbernimmt das prozedurale Ged\u00e4chtnis.\u00bb&nbsp;(Camp, 2015)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus stellte Cameron J. Camp fest, dass \u00abMenschen mit Alzheimer-Krankheit oder verwandten Demenzleiden eine Betreuung ben\u00f6tigen, die reich an regelm\u00e4ssiger kognitiver Stimulation, Austausch und sozialer Teilhabe sowie h\u00e4ufigem Training ist, um ihre Schwierigkeiten bei den Aktivit\u00e4ten des t\u00e4glichen Lebens abzubauen. Mangelnde Aktivit\u00e4t f\u00fchrt oft zu Apathie sowie Angst oder Agitiertheit. Hauptziel des Ansatzes nach Montessori ist es, den betreuten Personen die M\u00f6glichkeit zu geben, in ihrem Alltag wieder eine gewisse Autonomie und damit W\u00fcrde und Freude zu erlangen und so letztlich eine Besserung der Verhaltensst\u00f6rungen herbeizuf\u00fchren,&nbsp;bei eventuell reduziertem Bedarf an Psychopharmaka wie Antidepressiva und Anxiolytika.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4lteren Menschen eine Wahlfreiheit zu lassen und sie mit Besch\u00e4ftigungsangeboten systematisch wieder zu aktivieren, ist von zentraler Bedeutung. Die Wahlfreiheit kann auf ein oder zwei Optionen beschr\u00e4nkt sein, um eine \u00dcberforderung zu vermeiden, wird aber gewahrt, um der Person die Entscheidungsbefugnis zu \u00fcberlassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Betreuungsphilosophie f\u00f6rdert unter anderem Entwicklung und Selbstwertgef\u00fchl, Wahlfreiheit, Autonomie und Ressourcenerhaltung. Die in Maria Montessoris Schriften hervorgehobenen Grundwerte sind der unverbr\u00fcchliche Respekt gegen\u00fcber der Person, ihrer Einzigartigkeit und ihren Entscheidungen, die Achtung ihrer W\u00fcrde bei sozialen Interaktionen und das Vertrauen in ihr Entwicklungspotenzial.&nbsp; Es geht also f\u00fcr die Betreuenden insbesondere darum, ihre Sichtweise und Haltung dahin gehend zu \u00e4ndern, dass nicht die Krankheit und die damit einhergehenden Defizite, sondern die betroffene Person selbst und ihre verbliebenen F\u00e4higkeiten im Vordergrund stehen. Das bedeutet, die betagte Person bei ihren Entscheidungen und Verrichtungen zu unterst\u00fctzen und nicht an ihrer Statt zu entscheiden und zu handeln. Daher ist es von grundlegender Bedeutung f\u00fcr die Bewohnerinnen und Bewohner, dass sie Bindung durch N\u00e4he und Geborgenheit erfahren, aktiv in die soziale Gemeinschaft eingebunden werden, auf der Grundlage ihrer Biografie Besch\u00e4ftigung erleben sowie ihre Identit\u00e4t mittels detaillierter Kenntnisse \u00fcber ihre individuelle Lebensgeschichte und einer empathischen Grundhaltung bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unserer Einrichtung versuchen wir herauszufinden, was das Leben der betroffenen Person mit Sinn erf\u00fcllt. Um sie n\u00e4her kennenzulernen, legen wir besonderes Augenmerk auf ihre Lebensgeschichte und ihre Interessen. Insbesondere beobachten wir ihre motorischen, sensorischen, sozialen und kognitiven F\u00e4higkeiten und bieten ihr stets eine Auswahlm\u00f6glichkeit an.&nbsp;Ziel ist es, dass die Person durch allt\u00e4gliche Gesten so weit wie m\u00f6glich die Kontrolle \u00fcber ihr Leben beh\u00e4lt.&nbsp;Wir erlauben ihr, im Alltag ein Ziel zu verfolgen und aktiv am Gemeinschaftsleben teilzuhaben.&nbsp;(Super User, 2019)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maria Montessori, eine italienische Kinderpsychiaterin, besch\u00e4ftigte sich w\u00e4hrend eines Grossteils ihrer medizinischen Laufbahn mit psychomotorisch retardierten Kindern. 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